Projekt: Suche nach Informationen über Verfolgte aus über 1000 Ortsvereinen

Verfolgte aus über 1000 Ortsvereinen

Eine erst kürzlich entdeckte Liste vom Juni 1933 mit über 2500 Namen von Sozialdemokraten aus großen und kleinen Ortsvereinen des gesamten Reichsgebiets belegt einmal mehr die staatlich organisierte Verfolgung der SPD.
Wer waren diese Menschen? Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung. Die Liste ist nach Orten sortiert. Wer zu Personen, die 1933 in diesen Orten gelebt und politisch engagiert waren, Angaben machen kann, bitten wir, das Kontaktformular zu nutzen.

Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann die staatlich organisierte Verfolgung der Sozialdemokraten. Die SPD wurde von den Nazis zur „volks- und staatsfeindlichen Organisation“ erklärt. Das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 7. April 1933 diente auch dazu, tausende Sozialdemokraten aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen. Sie verloren damit ihre wirtschaftliche Existenz.

Nach der Besetzung der Gewerkschaftshäuser am 2. Mai 1933 beschlagnahmten die Nationalsozialisten acht Tage später das Parteivermögen der SPD. Am 22. Juni 1933 folgte das reichsweite Verbot der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Am 29. Juni 1933 wandte sich die Deutsche Arbeitsfront (DAF)“ als Pfleger für das beschlagnahmte SPD-Vermögen“ mit einem Schreiben an deutsche Banken, in dem behauptet wurde, dass das Vermögen der verbotenen SPD „soweit es sich um Bargeld und Wertpapiere handelt, zu einem sehr großen Teil auf den Namen der Vorstände der Partei, sowie auf Namen der Gewerkschaftsführer und auch deren Sekretäre und Sekretärinnen angelegt ist“. Die DAF fügte dem Schreiben eine Liste mit über 2500 Namen von Sozialdemokraten aus dem gesamten Reichsgebiet bei. Von den angeschriebenen Banken und ihren Zweigstellen wurde verlangt, “nachforschen zu lassen, ob auf einem oder mehreren dieser Namen ein Safe, Depot oder Barkonto vorhanden ist, im gegebenen Fall“ wurde „umgehende Anzeige“ und Sperrung der Konten verlangt.
Zwar lehnte die Reichsbank mit Hinweis auf das Bankgeheimnis das Ansinnen ab, ließ aber erkennen, dass entsprechende gesetzliche Regelungen die Situation ändern könnten.

Liste verfolgter Sozialdemokraten nach Ortsnamen sortiert

Ortsnamen: A bis B, Berlin, ... bis D, E bis G, H bis J, K & L, M & N, O bis R, S, T bis Z

Ortsnamen A bis B

A bis B